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Lehmputz

Seit kurzem bieten wir die ökologische Form des Verputzens an!

Es gibt wohl kaum einen Baustoff, der in so enger Verbindung zum Menschen steht, wie Lehm. Seine hohe Verfügbarkeit als billiges Baumaterial haben ihn in der Vergangenheit vom Stallbau bis zum Fachwerksbau große Verbreitung finden lassen. In jüngster Zeit wird Lehm vor allem aufgrund seiner guten raumklimatischen und seiner hervorragenden ökologischen Eigenschaften verstärkt in Wohnbauten verwendet.

KENNWERTE

 

Baustoff
 

Dichte*) kg/m3

Lambda W/mK

µ

PEI
MJ/kg

Leichtlehm

600

0,17

2-5

 

 

1000

0,35

 

 

Strohlehm

1400

0,59

5-10

 

Massivlehm

1800

0,91

5-10

 

Lehmputz**)

1700

0,80

5-10

0,5

Werte nach Volhard F.; Lehmbaustoffe; in Haefele, Oed, Sambeth: Baustoffe und Ökologie; Wasmuth; 1996

 

MATERIAL
Lehm wird in verschiedener Form zum Bauen verwendet. Leichtlehm besteht aus einem Gemisch aus Lehm und wärmedammenden Zusätzen (Stroh, Blähton etc.) Er wird am häufigsten angewendet. Massivlehm finden wir hauptsächlich in Lehm-steinen, oder als Mörtel.

Technische Eigenschaften
Im Skelettbau wird die Tragfähigkeit durch die Holzbauteile übernommen. Die geringen Festig-keitseigenschaften lassen Lehm vorrangig für Ausfachungen und unbelastete Wände Anwendung finden. Lehm ist nicht brennbar und schützt lehm-umhüllte brennbare Baustoffe, vornehmlich Holz..

Physikalische Eigenschaften :
Lehm bleibt im Gegensatz zum gebrannten Ziegel gegenüber Wasser löslich. Aus diesem Grund sind die Außenflächen vor Bewitterung am besten konstruktiv (Vordächer, Vorsatzschale..) vor Bewitterung zu schützen, um ein Davonschwimmen des Lehms zu vermeiden. Feuchte Lehmmauern sind frostanfällig.
Trockene Lehmmauern entziehen aufgrund der geringen Eigenfeuchte und hohen Kapillarität des Lehmes dem Holz Feuchte und schützen es.

Raumklima:
Lehm wird schlechtweg als natürliches Material bezeichnet. Lehm ist frei von Eigengeruch und vermag Fremdgerüche rasch zu absorbieren. Seine geringe Gleichgewichtsfeuchte (2-5%) ermöglicht trockene Wände, die ein angenehmes Raumklima ermöglichen. Um diese Eigenschaften zu gewähr-leisten, sollten Lehminnenputze verwendet werden. Lehm ist elektrostatisch neutral.

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LEHMBAUTECHNIK

Grünlinge und Lehmziegel
Grünlinge sind in der Strangpresse hergestellte ungebrannte Ziegel. Sie dienen der Ausfachung.
Lehmziegel werden mit und ohne Leichtzuschlag hergestellt und anschließend luftgetrocknet.
Beide werden mit Lehmmörtel oder Lehmkalkmörtel vermauert und innenseitig mit Lehmputz versehen.

Strohleichtlehm-Stampftechnik
Diese besonders im Selbstbau angewendete Technik verbindet ein hölzernes Trageskelett mit durch Weizen oder Roggenstroh vermischten Lehm. Die Lehmmischung wird in die Schalung eingebracht und anschließend verdichtet. Nachteilig sind Mischungsschwankungen und Hohlräume im Mauerwerk, die risseanfällig sind und bei geringen Rohdichten Schall- und Schimmelprobleme verurachen..

Holzleichtlehmtechnik
Der mit rindenfreien Holzhackschnitzel, Sägemehl oder Holzspänen angereicherte Lehm wird über Zwangsmischer vermengt und in die Schalung eingebracht und danach ausgeschalt. Vorteilhaft ist der verminderte Arbeitsaufwand, sowie geringere Schwundprobleme gegenüber Strohleichtlehm.

Spritztechnik
Lehmmischungen oder Trockenlehmpulver mit Wasser und Holzschnitzel werden in speziellen Mischmaschine vermengt und mit Druckluft auf tragfähige Untergründe gespritzt.

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EMPFEHLUNGEN

 

Lehm ist für Selbstbauweise geeignet. Er ist kostengünstig, aber extrem arbeitsaufwendig.

Lehmbau benötigt die Erfahrung eines Lehmbau-fachmannes um zufriedenstellende Ergebnisse zu erlangen.

Innenlehmputze sind einfach zu erstellen und schaffen ein positives Raumklima. Sie sind trocken, warm und feuchteregulierend.

Lehm ist extrem wasserempfindlich. Jahreszeitlich nicht rechtzeitig abgetrockneter Lehm kann zu Schimmelbildung und Allergien führen.

Der Lehmbau ist von Anfang an unter Dach auszuführen. Naßlehmbauten müssen Ende Sommer fertiggestellt werden, um ausreichend abtrocknen zu können und frostsicher zu sein.